Stuttgart, 23.03.2026
Die SPD Stuttgart hat auf ihrer Kreiskonferenz beschlossen, die Finanzierung der Württembergischen Staatstheater grundlegend neu zu ordnen. Die Fraktionsgemeinschaft SPD und Volt wird aufgefordert, einen entsprechenden Antrag in den Stuttgarter Gemeinderat einzubringen. Ziel ist es, die
Stadtverwaltung zu beauftragen, Verhandlungen mit dem Land Baden-Württemberg über eine neue Finanzierungsstruktur aufzunehmen.
Perspektivisch soll die Verantwortung für das international renommierte Dreispartenhaus deutlich stärker – bis hin zu einer vollständigen Trägerschaft – beim Land verankert werden.
Die Württembergischen Staatstheater gehören zu den bedeutendsten Kulturinstitutionen Deutschlands und strahlen weit über Stuttgart hinaus. Diese landesweite Bedeutung muss sich auch in der Finanzierung widerspiegeln.
Katrin Steinhülb-Joos, Kreisvorsitzende der SPD Stuttgart und Landtagsabgeordnete, betont: „Die Staatstheater sind ein kulturelles Aushängeschild für ganz Baden-Württemberg und weit darüber hinaus – nicht nur für Stuttgart. Wenn das Land von dem exzellenten Ruf und dieser internationalen
Strahlkraft der Staatstheater Stuttgart profitiert, muss es auch deutlich mehr Verantwortung übernehmen.“
Derzeit wird das Haus zu gleichen Teilen von Stadt und Land finanziert. Gleichzeitig bindet die Mitfinanzierung erhebliche kommunale Mittel in einer Zeit, in der Stuttgart vor großen finanziellen Herausforderungen steht. Dejan Perc, Stadtrat und Mitglied im Verwaltungsrat der Württembergischen Staatstheater, erklärt: „Wir stehen klar hinter der herausragenden Qualität der Staatstheater. Gerade aus Verantwortung für diese herausragende Qualität sind wir der Überzeugung, dass der klamme Stuttgarter Haushalt nicht zur Begrenzung der Weiterentwicklungsmöglichkeit führen sollte. Gleichzeitig können wir nicht dauerhaft kommunale Mittel in dieser Größenordnung binden, während parallel zentrale Aufgaben der Daseinsvorsorge unter Druck geraten.“
Auch das Stuttgarter Volt-Team hat sich in den letzten Wochen intensiv mit den Württembergischen Staatstheatern auseinandergesetzt. Franziska Auch, City-Lead des Stuttgarter Volt-Teams: „Als größtes Dreispartenhaus Europas stehen die Staatstheater für kulturelle Vielfalt und internationale Strahlkraft.
Um diese Stärke zu sichern, muss die Finanzierung zukünftig durch das Land erfolgen. In vielen Fällen lähmen Doppelzuständigkeiten die Weiterentwicklung. Darüber hinaus sollten wir in Bezug auf die Württembergischen Staatstheater europäische Fördermöglichkeiten konsequent nutzen, auch wenn dies eine Neukonzeptionierung der Sanierung erfordert. Beispiele wie das Opernhaus in Malta zeigen, wie EU-Mittel gezielt zur Entwicklung kultureller Leuchttürme beitragen können.“
Ein Blick in andere Bundesländer zeigt, dass eine stärkere Landesverantwortung längst gelebte Praxis ist: So werden die Bayerische Staatsoper und das Bayerische Staatsschauspiel in München vollständig vom Freistaat Bayern finanziert – bewusst als kulturelle Leuchttürme des Landes. Auch in Niedersachsen trägt das Land das Staatstheater Hannover vollständig und übernimmt damit die Verantwortung für Betrieb und Weiterentwicklung. Diese Beispiele zeigen: Eine klare Zuständigkeit des Landes für Einrichtungen mit überregionaler Strahlkraft ist nicht nur möglich, sondern kulturpolitisch etabliert.
Die SPD Stuttgart und Volt Stuttgart unterstreichen, dass es nicht um Kürzungen geht, sondern um eine verlässliche und faire Finanzierungsstruktur, die der landesweiten Bedeutung der Staatstheater gerecht wird.
Für Rückfragen und weitere Informationen stehen wir gerne zur Verfügung.
Fraktionsgemeinschaft SPD und Volt im Stuttgarter Rathaus