Stuttgart, 28.01.2026

Die Fraktionsgemeinschaft SPD und Volt im Stuttgarter Rathaus wird dem Bau des SMIC, ehemals Haus für Film und Medien, zustimmen. Die Entscheidung ist nach intensiven Beratungen gefallen – und war angesichts der angespannten Haushaltslage kein leichter Schritt. Ausschlaggebend sind letztlich die große Bedeutung des Projekts für Stuttgart als Film- und Medienstandort, seine Funktion als Bildungsort sowie sein gesellschaftlicher Mehrwert für die gesamte Stadt.

„Diese Zustimmung ist uns nicht leichtgefallen. Aber Stuttgart braucht dieses Haus als starken Impuls für Film, Medien und Kreativwirtschaft. Es wird ein neuer Treffpunkt für Kreative, Publikum und Nachwuchs – und ein offener Ort für Bildung, Austausch und kulturelle Teilhabe“, erklärt Sara Dahme, kulturpolitische Sprecherin der Fraktionsgemeinschaft.

Ein Abbruch des Projekts zum jetzigen Zeitpunkt hätte nach Auffassung von SPD und Volt gravierende Folgen. Neben dem Verlust jahrelanger Planung würde im Herzen der Stadt über lange Zeit eine riesige Baugrube entstehen – mit erheblichen städtebaulichen, finanziellen und kulturellen Konsequenzen.

Zugleich macht die Fraktionsgemeinschaft deutlich, dass ihre Zustimmung an klare Erwartungen geknüpft ist: Baukosten müssen kritisch geprüft, Einsparpotenziale konsequent genutzt und zusätzliche Geldgeber für den laufenden Betrieb gewonnen werden. „Gerade bei einer Investition dieser Größenordnung ist klar: Wir müssen verantwortungsvoll investieren. Priorisierung und Konsolidierung müssen jetzt entschieden angegangen werden – damit unsere Stadt auch in Zukunft handlungsfähig bleibt“, betont Tillmann Bollow, Mitglied im Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik.

Das Haus für Film und Medien soll ein offener Bildungsort für alle sein – mit Workshops, Angeboten für Schulklassen, Diskussionsformaten und Möglichkeiten zur Förderung von Medienkompetenz in einer zunehmend digital geprägten Gesellschaft.

Stadträtin Celine Hirschka unterstreicht den breiten Anspruch des Projekts:

„Das Haus muss für die gesamte Breite der Stadtgesellschaft offen sein. Es zahlt auf zentrale Ziele in der Sozial-, Wirtschafts-, Kultur- und Bildungspolitik ein.“

Zugleich setzen SPD und Volt darauf, dass das neue Haus den bestehenden Kulturbetrieb nicht schwächt, sondern stärkt. „Wir hoffen sehr, dass es kein Konkurrenzprojekt wird, sondern ein Katalysator für die gesamte Kulturszene in Stuttgart“, so Sara Dahme.

Ein weiterer zentraler Grund für die Zustimmung ist die Verlässlichkeit gegenüber den vielen Engagierten in der Stadtgesellschaft, die sich seit Jahren für das Projekt einsetzen. Dieses Engagement verdiene Respekt und Planungssicherheit.

Auf die Frage, warum SPD und Volt ihre Zustimmung erst jetzt geben, verweist die Fraktionsgemeinschaft auf die jüngsten Beratungen im zuständigen Ausschuss: Die dort gemachten Zusagen hätten überzeugt, dass das Haus trotz der angespannten Haushaltslage ein Angebot für alle bleiben soll.

Für Rückfragen und weitere Informationen stehen wir gerne zur Verfügung.

2 Antworten

  1. Tut mir leid, aber Kitas, Schulen, Brücken usw. haben Vorrang vor allem andern. Ich habe nichts gegen ein Medienhaus auch wenn ich immer noch nicht weiß, wozu das wirklich so wichtig sein soll. Medienkompetenz soll schließlich in der Schule gelernt werden und Schwurbler erreichen sie damit bestimmt nicht. Verstehen sie mich nicht falsch, Kultur halte ich für so wichtig wie die Luft zum Atmen, es zeichnet unser Menschsein aus. Dass aber ausgerechnet die „Sozialdemokratische“ Partei, vor dem Hintergrund radikaler Haushaltseinschnitte dem zustimmt, macht mich teils ratlos, teils fassungslos. Ich werde die SPD im Land somit, so wie mittlerweile viele, entgültig auch nicht mehr wählen. Ihr habt schon länger eure Wurzeln vergessen, siehe Niels Schmid und sein Wohnungsverkauf am Nordbahnhof, (der aber als Parlamentarischer Staatssekretär in Verteidigungministerium hervorragend ausgesorgt hat, was kümmern ihn da die einfachen Leute.

    1. Hallo Herr Koch, danke für Ihre Nachricht. Die Entscheidung für das SMIC ist uns nicht leichtgefallen und wurde innerhalb der Fraktionsgemeinschaft intensiv diskutiert. Wir können Ihre Sorge um Prioritäten, etwa bei Schulen und im sozialen Bereich, gut nachvollziehen. Uns ist bewusst, dass das Projekt sowohl Risiken als auch Chancen birgt. Am Ende hat sich bei uns die Überzeugung durchgesetzt, diesen Schritt mutig zu gehen. In seiner Konzeption kann das Haus ein sozial-, wirtschafts- und bildungspolitischer Baustein für unsere Stadt werden, ohne bestehende Angebote zu verdrängen. Wichtig war uns zudem, dass das Projekt in der Stuttgarter Kulturlandschaft breite Rückendeckung genießt.

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